Warum
30. März 2003: Festgottesdienst zur Eröffnung des neuen Gemeindezentrums, der Gospelchor “Church People” singt – und besonders das gesungene Vaterunser (Our Father) berührt mich. Ich werde sacht von rechts angestoßen und gefragt (Frauen scheinen es manchmal etwas früher und auch besser zu wissen): “Wär’ das nichts für Dich?” Es wurde.
Schon während der ersten Probenpause (Ferien) vermisste ich das regelmäßige Treffen mit den Chorleuten. Die allseitige Wiedersehensfreude bei der ersten Probe nach den Ferien war eindrucksvoll! So herzhaft, wie das Drücken zur Begrüßung bei den Church People ausfällt, habe ich es ebenbürtig nur noch bei Bildhauern kennengelernt! Und gemeinsam zu singen, tut einfach gut, besonders in der St.-Petri-Kirche (so gern wir auch auswärts singen), denn sie scheint uns mit ihrer Akustik zu verwöhnen.
Vertraute Texte aus Psalmen und Gebeten werden im Gospelgesang auf ungeahnte Weise lebendig. Wenn z.B. die Aufforderung kommt: “Leute, mehr Seele, viel mehr Seele, das Lied kommt aus Afrika!”, dann hat der Bauch tüchtig mitzuhelfen! Solche Lieder verbinden uns mit den Christen, die sie uns vorgesungen haben – oft eben in Afrika. Auch bei den Church People selbst erzeugt dieses Singen ein starkes, tragendes Gefühl der Verbundenheit – das habe ich besonders beim Konzert zum 10-jährigen Jubiläum des Chores verspürt, als wir geradezu eingebettet waren in die riesige Festgemeinde.
Bei den Gottesdienstbesuchern Fröhlichkeit aufkommen zu sehen, wenn die Church People singen, tut auch richtig gut. Manchmal fällt es mir als Mitsänger nämlich nicht ganz leicht, von der tiefen Bedeutung des Liedtextes und vom Wohlklang einzelner Stimmen nicht angerührt zu werden (Achtung: Töne – keine Tränen!).
Diese Fröhlichkeit, die ansteckend wirkt (gelegentlich auch Humor, der einen umschmeißt), verdanken wir immer wieder unserem Simon. Einmalig, wie er den Zusammenhang zwischen Glauben und Singen aufzeigt, wie er uns neue Impulse gibt und uns Lieder zu entlocken vermag! Meinem lieben Gott bin ich dankbar, dabeisein zu dürfen.

